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Rentenbesteuerung

Das Alterseinkünftegesetz hat mit Wirkung ab 2005 die so genannte einheitliche, nachgelagerte Rentenbesteuerung eingeführt.

Danach werden zum einen die Renten nach und nach – bis hin zur Vollversteuerung – stärker besteuert, zum anderen jedoch künftig die Altersvorsorgebeiträge steuerlich stärker entlastet als bisher.

Im Zuge der Neuregelung der Rentenbesteuerung wurde auch die Abzugsfähigkeit der Vorsorgeaufwendungen neu geregelt. Seit 2005 wird hier zwischen Altersvorsorgeaufwendungen und sonstigen Vorsorgeaufwendungen unterschieden.

Bei den (begünstigten) Altersvorsorgeaufwendungen ist zu unterscheiden zwischen Beiträgen zur sog. Basisversorgung (gesetzliche Rentenversicherung, Versorgungswerke etc.) und privaten Zusatzversicherungen, die bestimmte (enge) Kriterien erfüllen („Rürup“-Renten).

Altersvorsorgeprodukte, die ein Kapitalwahlrecht beinhalten (z. B. „alte“ Lebensversicherungen) fallen in den Bereich der sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Die diesbezüglich existierenden Höchstbeträge sind niedrig und in der Regel bereits durch Krankenversicherungsbeiträge ausgeschöpft, sodass derartige Versicherungsbeiträge seit 2005 faktisch nicht mehr absetzbar sind.

Beiträge zu nicht begünstigten Renten- u. Lebensversicherungen, die nach dem 31.12.2004 abgeschlossen wurden, sind bereits dem Grunde nach nicht mehr abzugsfähig. Renten, die aus derartigen Verträgen bezogen werden, sind allerdings in der Leistungsphase nur noch mit abgesenkten Ertragsanteilen zu besteuern, die einer typisierten Verzinsung entsprechen.

Dagegen kommt es bei Renten aus der Basisversorgung und aus „Rürup“-Verträgen schrittweise zu einer nachgelagerten (Voll-) Besteuerung. Die Höhe des Besteuerungsanteils bleibt für den jeweiligen Rentnerjahrgang lebenslänglich bestehen (Kohorten-Prinzip). Allerdings wird nach dem derzeitigen Gesetzestext nicht der Besteuerungsanteil festgeschrieben, sondern ein Freibetrag, was dazu führt, dass etwaige Rentenerhöhungen zu 100 % besteuert würden. Da es u. E. jedoch in Zukunft wohl eher (dann zu 100 % steuerentlastete) Rentenkürzungen geben dürfte, dürfte diese Regelung keinen dauerhaften Bestand haben.