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Steuern sparen durch Verschiebung der Abfindungszahlung

Arbeitnehmer, die bei einer Kündigung eine hohe Abfindung erhalten, haben oftmals mit einer erheblichen Steuerbelastung zu rechnen, da durch den hohen Einmalbetrag der Fiskus durch die Steuerprogression unbarmherzig zuschlägt.

Das Niedersächsische Finanzgericht hat jetzt erstmals jedoch einer Gestaltung zwischen Arbeitgeber und gekündigtem Arbeitnehmer zugestimmt, die trotz Kündigung zum Ende des Jahres vereinbart hatten, dass die Abfindung erst im Januar des Folgejahres gezahlt werden soll. Da der Arbeitnehmer damit gerechnet hatte, dass er im Januar noch keinen  neuen Arbeitsplatz gefunden hat, war die Lohnsteuerbelastung deutlich niedriger. Das Finanzamt hatte jedoch die Verschiebung der Abfindungszahlung auf den Januar nicht akzeptiert und den Abfindungsbetrag in voller Höhe bereits im Dezember versteuert. Nunmehr hat das Niedersächsische Finanzgericht aber entschieden, dass für den Zeitpunkt der Versteuerung der tatsächliche Zahlungseingang entscheidend ist. Das Gericht stellte darauf ab, dass eine Abfindung nicht als laufender Arbeitslohn zu qualifizieren ist, sondern unter sonstige Bezüge fällt. Bei sonstigen Einkünften ist einzig der Zuflusszeitpunkt entscheidend. Die bewusst gewählte Verschiebung des Zahltages zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber hat das Gericht nicht als Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten verworfen. Da das unterlegene Finanzamt Revision eingelegt hat, muss nun der Bundesfinanzhof entscheiden, ob diese für den Steuerpflichtigen günstige Entscheidung Bestand haben wird.

(Urteil des FG Niedersachsen, Az. 5 K 73/06 und BFH IX R 14/09)