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Fiskus sponsert ausländische Ferienhäuser

Die Finanzverwaltung gewährt jetzt in allen noch offenen Fällen auch Eigenheimzulage für selbstgenutzte Häuser und Eigentumswohnungen in den Mitgliedsstaaten der europäischen Union sowie in Norwegen, Island und Lichtenstein.

Der deutsche Gesetzgeber musste nämlich Vorgaben des europäischen Gerichtshofes umsetzen.

Rechtzeitig in der Ferienzeit können damit Immobilienbesitzer mit Domizilen im Ausland bei Eigennutzung die bereits abgeschaffte Eigenheimzulage dann noch in Anspruch nehmen, wenn der Bauantrag oder Kaufvertrag für die Auslandsimmobilie aus den Jahren vor 2006 datiert. Ein Erstantrag für diese Altfälle lässt sich problemlos nachholen, sofern Verjährung noch nicht eingetreten ist. Da die zwischenzeitlich abgeschaffte Eigenheimzulage für acht Jahre gewährt worden ist, kann ein Antrag in allen Fällen gestellt werden, in denen die Auslandserwerbe nach dem 31.12.2004 und vor dem 01.01.2007 stattgefunden haben. Der Antrag auf Förderung kann noch bis Ende Dezember 2009 beim Finanzamt gestellt werden. Maßgebend ist jeweils das Datum des ehemaligen Bauantrages oder das Kaufdatum der Immobilie.

Voraussetzung ist, wie bei der damals inländischen Eigenheimzulage auch, dass bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden und das Haus oder die Wohnung tatsächlich eigenen Wohnzwecken dient. Allerdings entscheiden die jeweiligen Bundesländer leider völlig unterschiedlich über jetzt eingehende Anträge. Das Finanzgericht Niedersachsen lehnt eine Förderung für Ferien- und Zweitwohnungen im Ausland ab, während die Richter aus Baden-Württemberg die Eigenheimzulage gewähren. Beim Finanzgericht Köln wiederum sind mehrere Verfahren anhängig, weil sich die Finanzämter in Nordrhein-Westfalen auf Verjährung berufen. Falls Sie also im entsprechenden Zeitraum eine Finca in Spanien oder eine Wohnung in der Toskana erworben haben, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Steuerberater Kontakt aufnehmen, um die Möglichkeit eines nachträglich gestellten Antrages auf Eigenheimzulage zu prüfen.

(FG Niedersachsen, Az. 9 V 80/09, FG Ba-den-Württemberg Az. 3 K 3441/08)