Skip to main content

Betriebliche Gesundheitsförderung

Mit dem Finanzamt gesund bleiben

Viele Arbeitgeber versuchen seit Jahren, Gesundheitsvorsorge für ihre Mitarbeiter attraktiv zu gestalten und so Ausfallzeiten zu verringern. Das Finanzamt sah für solche Ausgaben bislang kein eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers. Dies hatte zur Folge, sodass die angefallenen Beträge in voller Höhe als geldwerter Vorteil zu versteuern waren. Gegen diese Praxis hat sich der Bundesfinanzhof in mehreren Urteilen gewandt. Nun hat der Gesetzgeber reagiert.

Mit dem Jahressteuergesetz 2009 ist die betriebliche Gesundheitsförderung deutlich verbessert worden. Für ab 2008 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitsgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands (Primärprävention) und der betrieblichen Gesundheitsförderung bleiben nunmehr bis zu 500 EUR pro Arbeitnehmer und Kalenderjahr steuer- und sozialversicherungsfrei.

Sowohl betriebsinterne als auch externe Maßnahmen müssen bestimmten Anforderungen genügen und können in folgenden Bereichen erfolgen:

  • Bewegungsgewohnheiten (Bewegungsmangel, arbeitsbedingte Belastungen des Bewegungsapparats)
  • Ernährung (Mangelernährung, Übergewicht)
  • Stressbewältigung und Entspannung
  • Suchtmittelkonsum (Förderung des Nichtrauchens, Reduzierung des Alkoholkonsums)

Begünstigt sind auch Barleistungen an den Arbeitnehmer als Zuschuss für die Inanspruchnahme entsprechender externer Maßnahmen. Angebote von Sportvereinen oder Fitnessstudios, die den fachlichen Anforderungen entsprechen, sind begünstigt, nicht aber Mitgliedsbeiträge. Das dürfte vor allem Arbeitgebern mit wenigen Mitarbeitern entgegenkommen. Denn mangels Masse können diese in der Regel keine eigene Maßnahmen anbieten, sondern sind auf externe Anbieter angewiesen.

Tipp:

Eine Kostenübernahme des Arbeitgebers für ein Rückentrainingsprogramm seiner Arbeitnehmer stellt keine Entlohnung für die Beschäftigung darstellt, sondern erfolgt aus überwiegend eigenbetrieblichem Interesse. Denn die Trainingsmaßnahme dient dazu, Fehlzeiten infolge von Rückenleiden zu verringern und dadurch die Kosten und den Arbeitsablauf günstig zu gestalten.

Auch Aufwendungen des Arbeitgebers für Maßnahmen, die der Förderung des Nichtrauchens dienen, z. B. Raucherentwöhnungskurse, Nikotinpflaster und –kaugummi, Akupunktur oder Tabletten bleiben im Rahmen der gesetzlichen Neuregelung steuer- und abgabenfrei.Der Arbeitgeber ist in der Nachweispflicht und sollte darauf achten, dass eine detaillierte Rechnung für die gesundheitsfördernde Maßnahme direkt an ihn ausgestellt wird. Aus dieser sollte erkennbar sein, welche Maßnahme für welchen Arbeitnehmer durchgeführt worden ist. Auf die Arbeitnehmer ausgestellte Teilnahmebescheinigungen an Kursen sollten zu den Lohnabrechnungsunterlagen genommen werden.