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Auslands-Rentner im Visier der deutschen Finanzämter

Derzeit versendet das deutsche Finanzamt Neubrandenburg massenhaft Steuerbescheide an im Ausland lebende Rentner und Pensionäre.

In der Regel sind diese Personen mangels Wohnsitz in Deutschland nur beschränkt einkommensteuerpflichtig. Das bedeutet, dass der deutschen Besteuerung nur inländische Einkünfte unterliegen und dies auch nur dann, wenn nicht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) dem entgegensteht.

In Doppelbesteuerungsabkommen ist für einzelne Einkünfte geregelt, welches Land das Besteuerungsrecht hat und wie eine Doppelbesteuerung vermieden wird. So finden sich dort entsprechende Regelungen auch für unterschiedliche Formen von Alterseinkünften.

Häufig hat der ausländische Staat als Ansässigkeitsstaat für Renten und Pensionen aus Deutschland das Besteuerungsrecht. Allerdings verzichtet Deutschland in diesen Fällen regelmäßig nur dann auf sein Besteuerungsrecht, wenn der ausländische Staat die Alterseinkünfte auch tatsächlich besteuert. Das bedeutet: Damit eine Freistellung in Deutschland erfolgt, müsste der ausländische Staat die Alterseinkünfte auch tatsächlich besteuern; die bloße Anzeige gegenüber der dortigen Steuerbehörde reicht nicht aus.

Wegen der Komplexität der Materie und je nach Staat ggf. unterschiedlicher Rechtsfolgen sollten Betroffene genau hinschauen, steuerlichen Rat einholen und ggf. vorab gegen die Steuerbescheide vorsorglich fristgerecht Einspruch einlegen. Da Deutschland mit vielen Ländern die Doppelbesteuerungsabkommen neu verhandelt, können sich je nach Art der Alterseinkünfte und ggf. geänderter DBA-Regelungen die Besteuerungsfolgen verändern und sollten daher stets genau beobachtet werden.

Zudem kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Wohnsitz eine unbeschränkte – und damit häufig günstigere – Besteuerung in Deutschland beantragt werden. Bei der Prüfung dieser und weiterer Fragen sind Ihnen unsere Fachberater für Internationales Steuerrecht gerne behilflich.