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Steuerfrei tanken

In fünf aktuellen Urteilen hat der Bundesfinanzhof die lohnsteuerliche Behandlung bei Überlassung von Tank- und Warengutscheinen geklärt und der bisherigen Auffassung der Finanzverwaltung widersprochen. Angesichts der in letzter Zeit massiv gestiegenen Kosten für Treibstoff eröffnen sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer hieraus interessante Gestaltungsspielräume. Im Rahmen unseres Leistungsangebots zur innovativen Lohnabrechnung unterstützen wir Sie als Arbeitgeber bei der Umsetzung zur Einsparung von Lohnnebenkosten.

Grundsätzlich unterliegen auch Einnahmen, die nicht in Geld bestehen, der Lohnsteuerpflicht. Derartige Sachbezüge bleiben jedoch aufgrund einer Sonderregelung steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie insgesamt 44 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen. Wird diese Grenze überschritten, kommt es zur vollen lohnsteuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Erfassung. Bislang hatte das Finanzamt im Fall von Warengutscheinen und Tankkarten eine sehr restriktive Haltung gezeigt und die Ansicht vertreten, dass ein bei einem Dritten einzulösender Gutschein kein Sachbezug sei, wenn neben der abzugebenden Ware ein anzurechnender Betrag oder Höchstbetrag angegeben sei.

Dem hat der Bundesfinanzhof nun deutlich widersprochen: Für eine Einordnung als Sachbezug ist nicht ausschlaggebend, was der Mitarbeiter letztlich von seinem Arbeitgeber erhält. Vielmehr stellt das Gericht allein darauf ab, was der Arbeitnehmer aufgrund der arbeitsrechtlichen Vereinbarung beanspruchen kann.

Das bedeutet: Richtet sich der Anspruch (ausschließlich) auf eine Sache, liegt Sachlohn vor. Besteht ein Wahlrecht zwischen Bar- und Sachlohn oder ist der Anspruch letztlich auf Geld gerichtet, liegt Barlohn vor.

Liegt eine arbeitsrechtliche Vereinbarung vor oder wird diese geschaffen, kann künftig in folgenden Fällen von steuerfreiem Sachlohn ausgegangen werden, wenn die 44-Euro-Grenze eingehalten wird:

  • Gewährung von Kundenkarten einer Tankstelle, mit denen der Arbeitnehmer dort aus allen Warengruppen einkaufen kann,
  • Ausgabe von Tankgutscheinen, mit denen der Arbeitnehmer an einer beliebigen Tankstelle tanken kann. Die Einlösung in Bargeld muss ausgeschlossen sein.
  • Ausgabe einer elektronischen Tankkarte, auf der die Literzahl eines bestimmten Kraftstoffs und der Höchstbetrag gespeichert werden. Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Arbeitgeber.
  • Monatliche Gewährung von auf die Arbeitnehmer ausgestellten Tankgutscheinen mit Ausweis der Kraftstoffsorte, der Literzahl und des Gültigkeitsmonats. Bei freier Tankstellenwahl tanken die Arbeitnehmer zunächst auf eigene Kosten und lassen sich die Aufwendungen später unter Vorlage der Quittung und des Gutscheins vom Arbeitgeber erstatten.

Im Ergebnis erhält der Arbeitnehmer bis zu 44 Euro monatlich Brutto gleich Netto. Der Arbeitgeber hat für diesen Vergütungsteil keine Nebenkosten, da keine Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung anfallen. Damit profitieren beide Seiten.

Es empfiehlt sich, bei Sachbezugsgewährungen die neue Rechtsprechung zu berücksichtigen und die arbeitsvertraglichen Grundlagen entsprechend zu überprüfen. Hierbei und bei der Einholung einer Anrufungsauskunft beim Finanzamt unterstützen wir Sie gerne.

» Weitere Gestaltungsansätze zu unserem Beratungsangebot „Mehr Netto vom Brutto“
finden Sie hier.