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Liquiditätsvorteil bei der Umsatzsteuer

Üblicherweise muss jeder Unternehmer die Umsatzsteuer auf Ausgangsrechnungen bereits dann bezahlen, wenn der Umsatz getätigt ist.

Da aber viele Kunden ihre Zahlungen oftmals erheblich später leisten, müssen die Unternehmer die Umsatzsteuer vorfinanzieren, den Fiskus also die Umsatzsteuer im Wege der Vorleistung bezahlen, obwohl sie selbst noch keinen Zahlungseingang feststellen konnten. Bereits bisher gab es insofern Ausnahmen, als kleinere und mittlere Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtumsatz (ohne Umsatzsteuer) im vorangegangenen Kalenderjahr von nicht mehr als 250.000 € beantragen konnten, von dieser Grundsatzregelung abzuweichen. Auf Antrag darf dann die Umsatzsteuer erst bei Zahlungseingang durch den Kunden abgeführt werden. Bedingt durch die Wirtschaftkrise wurden jetzt Korrekturen zur Unternehmenssteuerreform 2008 beschlossen. Der Gesetzgeber hat die Umsatzgrenze auf 500.000 € angehoben. Allerdings ist diese Vergünstigung befristet für den Zeitraum 01.07.2009 – 31.12.2011.

Alle Unternehmer die unter der Grenze von 500.000 € geblieben sind sollten nunmehr prüfen, ob ein Antrag auf Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten, insbesondere wegen des Liquiditätsvorteils, sinnvoll ist. Nach einem aktuellen Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 10.07.2009 konnte bereits vor dem Inkrafttreten zum 01.07.2009, ein entsprechen-der Antrag auf Umstellung zur Ist-Versteuerung gestellt werden. Die Genehmigung zur Ist-Versteuerung gilt dann jedoch frühestens für alle Umsätze, die nach dem 30.06.2009 ausgeführt werden. Bezüglich der Ermittlung des maßgeblichen Gesamtumsatzes ist ausschließlich auf den Umsatz des Kalenderjahres 2008 abzustellen.

Allen Unternehmern, die im vorangegangen Kalenderjahr den Umsatz von 500.000 € nicht erreicht haben, ist daher dringend zu raten, mit ihrem Steuerberater Kontakt aufzunehmen, um den Antrag zu stellen und das Rechnungswesen entsprechend umzustellen, damit künftig nur diejenigen Umsätze in den Voranmeldungen dem Finanzamt mitgeteilt werden, deren Zahlungseingang tatsächlich erfolgt ist.