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Klarheit beim Investitionsabzug

Ein wichtiges Instrument um steuerliche Unternehmensgewinne zu reduzieren bzw. zu optimieren ist der Investitionsabzugsbetrag, der durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 grundlegend neu geregelt worden ist.

Damit können kleine und mittlere Betriebe Abschreibungen für zukünftige Investitionen steuerlich vorwegnehmen und damit deutliche Liquiditätsvorteile durch Steuerstundungen erlangen.

Jetzt hat die Finanzverwaltung in einem aktuellen Schreiben vom 08.05.2009 etliche Zweifelsfragen bei der Anwendung des Investitionsabzugsbetrages beseitigt. Die wichtigsten Klarstellungen wollen wir kurz erläutern:

  1. Investitionsabzugsbeträge können nur für Betriebe in Anspruch genommen werden, die aktiv und werbend am wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen. Damit scheiden beispielsweise private Immobilien-Investitionen aus.
  2. Der Abzugsbetrag in Höhe von maximal bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf gebrauchte oder abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter kann nur in einem Jahr vorgenommen werden. Damit ist also eine Verteilung des Abzugsbetrages auf mehrere Jahre, beispielsweise 2 x 20 % nicht möglich. Wird also im ersten Abzugsjahr nur ein Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 20 % steuermindernd berücksichtigt, verfallen die restli-chen 20 %.
  3. Der Abzugsbetrag muss grundsätzlich bereits mit Einreichung der jeweiligen Steuererklärung für das Abzugsjahr geltend gemacht werden. Eine spätere Berücksichtigung bis zur tatsächlichen Durchführung der Investition ist jedoch dann möglich, wenn durch geeignete Unterlagen, wie angeforderte Prospekte, Informationen oder Angebote nachgewiesen werden kann, dass bereits im Abzugsjahr eine Investitionsabsicht bestanden hat. In diesem Fall kann die Steuerveranlagung geändert werden und der Abzugsbetrag im Nachhinein Berücksichtigung finden.
  4. Ist innerhalb des 3-jährigen Investitionszeitraums bereits frühzeitig absehbar, dass die Investitionsabsicht aufgegeben werden muss, so kann der Investitionsabzugsbetrag auch freiwillig, und damit vor Ablauf der Investitionsfrist, aufgelöst werden. Dies ist insbesondere deswegen sinnvoll, damit die gesetzlich vorgeschriebene Verzinsung der durch die rückwirkende Änderung vorzunehmenden Steuernachforderungen vermieden bzw. verringert wird.

(BMF-Schreiben vom 08.05.2009, Az. IV C 6-S 2139-b/07/10002)