Skip to main content

Betriebsveranstaltungen

Feste feiern wie sie fallen…

Gerade in der Weihnachtszeit stellt sich verstärkt die Frage nach der steuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen und möglichen Gestaltungen. Werden ein paar Regeln beachtet, kann der Arbeitgeber die Kosten als Betriebsausgaben absetzen, ohne dass beim Arbeitnehmer ein steuerpflichtiger Ertrag entsteht.

Es kommt entscheidend darauf an, dass die Aufwendungen für eine Betriebsveranstaltung im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers anfallen; andernfalls stellen Sie eine besondere Art der Entlohnung dar.

Betriebsveranstaltungen sind Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene, die gesellschaftlichen Charakter haben und allen Betriebsangehörigen offen stehen. In einem aktuellen Urteil hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass eine Abendveranstaltung, die nur Führungskräften eines Unternehmens vorbehalten ist, keine steuerbegünstigte Betriebsveranstaltung darstellt. Zwar kann eine Betriebsveranstaltung auch vorliegen, wenn sie nur für eine Organisationseinheit eines Betriebes durchgeführt wird (z.B. für eine Filiale oder Abteilung). Gleichwohl muss die Veranstaltung allen Beteiligten offen stehen. Es ist also eine „vertikale“ Auswahl der Personen erforderlich. Erschöpft sich die Veranstaltung im Besuch einer kulturellen oder sportlichen Veranstaltung, liegt ebenfalls keine Betriebsveranstaltung vor. Die Dauer der Betriebsveranstaltung ist hingegen unbedeutend, sodass auch Veranstaltungen mit Übernachtung begünstigt sein können. Allerdings gibt es bislang keine gefestigte Rechtsprechung für Veranstaltungen, die länger als zwei Tage dauern.

Liegt eine Betriebsveranstaltung vor und übersteigen die Aufwendungen die Freigrenze von 110 Euro je Arbeitnehmer, ist stets davon auszugehen, dass steuerpflichtiger Arbeitslohn vorliegt. In diesem Falle besteht Lohnsteuerpflicht in vollem Umfang, da es sich bei dem Betrag von 110 Euro nicht um einen Freibetrag handelt. Allerdings kann der Arbeitgeber den geldwerten Vorteil pauschal mit 25 % (zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) versteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen (dann) nicht an. Beteiligt sich der Arbeitnehmer an den Aufwendungen durch eine im Vorfeld vereinbarte Zuzahlung in der Weise, dass die Freigrenze von 110 Euro nicht überschritten wird, kann die Versteuerung insgesamt vermieden werden.

Bei der Prüfung der 110-Euro-Grenze sind sämtliche Aufwendungen der Betriebsveranstaltung zu berücksichtigen. Dazu gehören z. B. Fahrkosten, Eintrittskarten, Speisen, Saalmiete, Dekoration, Künstler, Technik, Geschenke (bis 40 Euro brutto) und Übernachtungskosten.

Zulässig sind bis zu zwei Veranstaltungen pro Kalenderjahr. Jede weitere Veranstaltung führt in jedem Fall zu Arbeitslohn. Der Arbeitgeber kann allerdings unabhängig von der zeitlichen Reihenfolge wählen, welche der Veranstaltungen lohnsteuerpflichtig sein soll. Besteht eine Veranstaltung nur teilweise aus einer Betriebsveranstaltung, weil z. B. am Folgetag eine Fortbildung angesetzt ist, kann eine Aufteilung der Sachzuwendungen erfolgen. So können durch Kombination einer Betriebsveranstaltung mit einer anderen Veranstaltung im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers, zumindest anteilig Kosten für Verpflegung und Übernachtung aus der 110-Euro-Grenze herausgehalten werden. Dies gilt es frühzeitig gemeinsam mit uns zu planen. Nutzen Sie unseren Erfahrungsschatz im Bereich innovativer Vergütungsformen.